MARTIN ZIEGELMÜLLER

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Buchneuerscheinung von Martin Ziegelmüller
Der alte Maler
Notizen 2008-2018
Edition Haus am Gern, 2019

Einblick in das Vorwort: Denk-Werkstatt

«So lange ich male, so lange habe ich auch meine Notizen zur Malerei geschrieben.» Das notiert Martin Ziegelmüller beinahe lapidar oder als Selbstverständlichkeit – und umspannt so eine mehr als 60jährige Erfahrung. Nach Der Maler auf seinem Drehstuhl – Bilder und Texte (Frauenfeld 2001) und Der Maler – Le peintre. Biografische Notizen, Texte und Bilder – Notes biographiques, textes et tableaux (Frauenfeld 2015) liegt nun ein dritter Band mit Aufzeichnungen vor, thematischen und chronologischen. Er umfasst zehn Jahre, 2008 bis 2018. Wiederum wird er einer Anforderung eines anderen schreibenden Malers gerecht: Eugène Delacroix schrieb von 1847 bis zu seinem Tod 1863 intensiv an seinem Journal. Eine Notiz lautet: «Soll doch ein Mann von Talent, der Gedanken über die Künste festhalten will, sie so niederschreiben, wie sie ihm kommen; soll er doch nicht fürchten, sich zu widersprechen; inmitten der Überfülle seiner Gedanken, mögen sie selbst widersprüchlich sein, wird man mehr Früchte ernten als in dem glattgekämmten, eng gewirkten, zurechtgestutzten Gewebe, in dem ihn die Form beschäftigt hat.»

Die Denk-Palette von Martin Ziegelmüller kann sich, wie bei den thematischen Notizen zum Radierzyklus Teilchenbeschleuniger ausweiten zu gesellschaftlichen Fragen und zu Überlegungen, die sich aus der Lektüre von wissenschaftlichen Essays nähren; es geht um den Einfluss des Computers auf die Kunst ebenso wie um die drängende Sorge über die Naturbeherrschung durch den Menschen mit den damit einhergehenden latenten oder potenziellen Katastrophen.

Bei all dem ist Ziegelmüller aber doch – und das weiss und lebt er – in erster Linie Maler.

Konrad Tobler, Kunst- und Architekturkritiker

 

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